Unhaltbare Einschränkung bei der Zustellung von Paketen und eingeschriebenen Sendungen in Braunwald

Öffentlich kommuniziert wurde die neue Zustellpraxis für Pakete und eingeschriebene Postsendungen bislang nicht, aber Sie haben diese möglicherweise bereits am eigenen Leib erfahren, nämlich, dass diese seit der Schliessung der Poststelle in Braunwald nur noch den so genannt ganzjährig bewohnten Haushalten zugestellt werden. Benutzerinnen und Benutzer von Ferienwohnungen und -häusern erhielten anstelle der sehnlichst erwarteten Postsendung einen Abholschein und ein Begleitschreiben mit dem sie aufgefordert werden, ihre Postsendungen am Folgetag in der Postagentur Linthal abzuholen.

Feriengäste werden somit genötigt, anstelle einer Bergwanderung oder eines Skitags, zu den Filialöffnungszeiten einen Abstecher ins Tal ins Auge zu fassen, denn die in die Landi Linthal integrierte Postagentur befindet sich keineswegs in Stationsnähe, sondern rund 1.2 Kilometer entfernt im Ortskern.

Hinzu kommt, dass diese Regelung in COVID-Zeiten jeglicher Empfehlung zuwiderläuft, indem für jede Abholung der coronamässige Flaschenhals, nämlich die Braunwaldbahn, unter Gefährdung auch der einheimischen Braunwalderinnen und Braunwalder gleich zweimal belastet werden muss.

Sehr langwierig gestalteten sich unsere Bemühungen mit den zuständigen Personen bei der Post in Kontakt zu treten. So scheint deren Erreichbarkeit grösster Geheimhaltung zu unterliegen. Der VAL konnte bei der Post und der Gemeinde zwar auf die unhaltbare Situation hinweisen, aber brauchbare Vorschläge zur Abhilfe liegen noch keine vor und coronabedingt  kam leider noch kein Gespräch mit Post und Gemeinde zustande.

Nach Auskunft der Post wurde diese Praxisänderung durch die seit letztem Winter enorme Zunahme insbesondere von Paketsendungen aller Art ausgelöst. So hätten sich die unzähligen Online-Bestellungen zu einer zeitweise kaum mehr zu bewältigenden logistischen Herausforderung entwickelt. Es komme hinzu, dass insbesondere Grosslieferungen für die Post keineswegs kostendeckend seien, weshalb lediglich noch die Briefzustellung in die Postfachanlagen gewährleistet würde.

Es ist uns bewusst, dass der gesetzliche Grundversorgungsauftrag grundsätzlich lediglich ganzjährig bewohnte Siedlungen einschliesst. Da die Fahrroute in Braunwald durch und an eine ganze Reihe solcher Siedlungen führt, sollte es doch möglich sein, eine praktikable Lösung zu finden – etwa analog zu Postfachanlagen?

Vorliegend scheint allerdings noch ein Mengenproblem zu bestehen, indem das zum Einsatz kommende Kleinfahrzeug nicht in der Lage sei, die v.a. in der Hauptsaison anfallende Paketflut in einem Zug zu transportieren. Da dem Vernehmen nach v.a. Lebensmittel-Grossbestellungen gewisser Anbieter die Post an ihre Grenzen brachte, so wäre dies sicher Anlass eine Sonderlösung ins Auge zu fassen, mit Bestimmtheit aber kein Grund gleich in einem ganzen Ort gewisse Dienstleistungen ad absurdum zu führen bzw. faktisch zu eliminieren.

Seitens VAL suchen wir mit der Post, der Gemeinde und mit Akteuren vor Ort weiterhin das Gespräch, um für diesen tourismusschädigenden Zustand eine Lösung zu finden.

 

Wir halten Sie auf dem Laufenden.

 

VAL – Verein Auswärtiger Liegenschaftenbesitzer

Für den Vorstand: Christian Portmann, kontakt@val-braunwald.ch