Wiederaufbau des Hotels Alpenblick kommt in Sichtweite

Nachdem die strafrechtliche und damit wohl auch die versicherungsrechtliche Seite des Hotelbrands von 2009 geklärt sind, soll das Hotel mit lokaler finanzieller Unterstützung wiederauferstehen. Die Tageszeitung Die Südostschweiz berichtet darüber am 12.10.2017:

«Alpenblick» darf am selben Ort wieder aufgebaut werden

Martin Meier |  Laut den kantonalen Behörden kann das abgebrannte Hotel «Alpenblick» neben der Bergstation der Braunwald-Standseilbahn wieder aufgebaut werden. Beim Wiederaufbau darf Hotelbesitzer Serif Yildiz auch auf die Unterstützung zweier Lokalmatadoren zählen.

 

Hinter Serif Yildizs Hotelprojekt stehen Investor Hans-Peter Keller und Bauunternehmer Fritz Trümpi, die beide «am raschen Wiederaufbau des Hotels ‘Alpenblick’ interessiert sind», schreiben sie in einer Mitteilung.

Einen ersten Lichtblick für den «Alpenblick» kündete das Trio bereits Anfang August dieses Jahres an: «Seither sind wesentliche Schritte umgesetzt und Ziele erreicht worden», sagt Keller. «So wurde die vom Eigentümer in Auftrag gegebene Vorstudie als Grundlage für ein Vorprojekt genehmigt.»

Eröffnung wenn möglich schon in zwei Jahren
Die grösste Hürde nimmt das Projekt jedoch in diesem September: Laut Keller bestätigen die kantonalen Behörden, dass das ehemalige Hotel «Alpenblick» in Braunwald an der jetzigen Stelle wieder aufgebaut werden kann. Dies unter Einhaltung von Auflagen und Sicherungsmassnahmen. Heisst: Das im Rutschgebiet liegende Projekt muss absolut erdbebensicher gebaut werden. «Mit einem Fundament, das einer Kiste, einem Schiff gleicht. Das, wenn es in Fahrt kommt, das Hotel als Ganzes mitverschiebt», erklärt Keller, der sich ein hohes Ziel steckt. Die Wiedereröffnung soll schon im Herbst oder Winter 2019 oder 2020 sein.

Der enge Zeitplan werde nach der positiven Beurteilung des Projekts, auch durch die zuständigen Gemeindebehörden, als «durchaus realistisch beurteilt», erklärt Keller, der dank dem «Waldhaus» mit Bauten in der Rutschzone bereits Erfahrung gesammelt hat. Zurzeit werde das Vorprojekt weiterentwickelt, meint Keller. «Das Baugesuch wird plangemäss noch in diesem Jahr eingereicht.»

Wie hoch hinaus gebaut wird, ist noch unklar. Und über die Kosten schweigt sich Keller aus. Aber so viel: «Serif Yildiz schwebt ein Hotel mit 32 Zimmern und 100 Betten vor.» Natürlich dürfe auch eine Sonnenterrasse nicht fehlen.

Und was sagt dazu Serif Yildiz? Der Bauherr sagt: «Was Herr Keller sagt, ist mein Wort, für mich verbindlich. Er und Fritz Trümpi stehen mir zur Seite. Dafür bin ich ihnen dankbar. Ich habe immer gesagt, dass ich in Braunwald ein Hotel bauen möchte. Ich werde mein Wort halten. Ich mache dies nicht der Rendite wegen, sondern für Braunwald.»

Happy End für Never Ending Story
Mit der Eröffnung des in Aussicht stehenden neuen «Alpenblick» scheint eine Never Ending Story doch noch zu Ende zu gehen. Rückblick: Im Juni 2008 geht der «Alpenblick» Konkurs. Im August 2009 wird die Liegenschaft versteigert. Serif Yildiz bezahlt 1,9 Millionen Franken, 500 000 mehr als erwartet. Zweieinhalb Monate später, im November 2009, brennt der «Alpenblick» bis auf die Grundmauern nieder. Er ist für mehr als 10 Millionen Franken versichert. Ermittelt wird wegen Brandstiftung. Diese kann Yildiz nicht nachgewiesen werden. Angeklagt wird er wegen fahrlässiger Brandverursachung. Im März 2014 findet der Prozess statt. Das Glarner Kantonsgericht spricht Yildiz nach dem Grundsatz «im Zweifel für den Angeklagten» in allen wesentlichen Punkten frei. Der ausserordentliche Staatsanwalt zieht den Fall vor Obergericht weiter. Doch auch in zweiter Instanz wird Yildiz freigesprochen.

[…]

https://www.suedostschweiz.ch/tourismus/2017-10-12/alpenblick-darf-am-selben-ort-wieder-aufgebaut-werden