Lesetipp in der Coronazeit: Emil Zopfi – Kilchenstock

Wer im Lockdown schon die ganze Hausbibliothek durchgelesen hat, dem kann Emil Zopfis 1996 geschriebene Darstellung der unterschiedlichen Sichtweisen angesichts des in den beginnenden 1930er-Jahren real drohenden Bergsturzes von Linthal empfohlen werden.

Angesichts der unkontrollierbaren Naturkräfte kommt uns nur allzuvieles aus der Corona-Berichterstattung bekannt vor.

Wie geht die betroffene Linthaler Bevölkerung mit den behördlichen Massnahmen um? Soll die Glarner Regierung Zwangsmassnahmen anordnen oder nur empfehlen? Welchen der über noch zu wenig (geologische) Forschungsdaten verfügenden, in sich uneinigen Wissenschaftern soll sie glauben? Was wiegt schwerer, die drohende Armut oder die Menschenleben; wieviel darf  der fragilen (lokalen) Wirtschaft zugemutet werden und soll der Grossanlass Klausenrennen 1932 trotz Risiko durchgeführt werden? Und wieviel Transparenz darf und soll der Allgemeinheit zugemutet werden?

 

Das Buch Kilchenstock wird im Herbst im Bsinti am halbjährlichen Bsinti-Leseabend diskutiert.
Emil Zopfi, Kilchenstock – Der Bergsturz in den Köpfen
340 Seiten, Limmat Verlag, Zürich, August 1996
ISBN 978-3-85791-275-7
Erhältlich im
Bsinti und im Buchhandel