Die ao. VAL-Mitgliederversammlung vom 2.8.2019 in der Presse

Die Tageszeitung Die Südostschweiz hat am letzten Montag, 5.8.2029, über die ausserordentliche VAL-Mitgliederversammlung vom 2.8.2019 berichtet:

Strasse oder Bahn? Was wollen auswärtige «Braunwalder»?

Die Vereingung Auswärtiger Liegenschaftsbesitzer hat am Freitag über die künftige Zufahrt für Braunwald beraten. Sie wollen unvoreingenommene und transparente Planung – und noch ein paar weitere Dinge.

[Fridolin Rast, Montag, 5. 8. 2019. ]

Wie sieht die künftige Erschliessung vom Tal nach Braunwald hinauf aus? Wie wird sie geplant? Und was denken die Ferienhausbesitzer darüber? Zu diesen Themen hat die Vereinigung Auswärtiger Liegenschaftsbesitzer (VAL) in Braunwald am Freitag ihre Mitglieder eingeladen.

«Die Position des VAL ist offen und wir müssen nicht zwingend auf eine deckungsgleiche Meinung kommen», so VAL-Präsident Benno Suter. «Allerdings gehts am Schluss um Realisierbares, nachdem Wünschbares vom Machbaren getrennt ist.» Das entstehende Projekt müsse zuletzt ein paar Abstimmungen und einen Entscheid des Bundes überstehen.

 

Fünf Varianten im Rennen

Über den Stand informierte Raumplaner und VAL-Vorstandsmitglied Christian Portmann: Die Projektleitung vonseiten Standseilbahn und Gemeinde habe zu drei Foren eingeladen, ursprünglich ohne Auftrag, auch eine Strassenzufahrt zu prüfen. Doch der Druck der IG Braunwald mit inzwischen 250 Mitgliedern habe dazu geführt, dass nun zu einer Information der Projektträger am Mittwoch eingeladen worden ist. Und dass auch die von der IG geforderte Variante geprüft wird. «Auch damit können jetzt Raumplanung und Erschliessung tatsächlich abgestimmt werden», hofft Portmann.

Zur Auswahl stehen aktuell: Aus dem Forum drei Varianten, noch ohne Vorzug für Stand- oder Luftseibahn:

● Ankunft im Dorf;

● bei den Sportbahnen im Hüttenberg mit Zwischenhalt bei Rehaclinic;

● Ankunft Hüttenberg ohne Zwischenstation.

● Dazu kommt die Forderung der IG Braunwald: eine Gondelbahn mit mehreren Ankunftspunkten plus eine Strasse, nur für die schweren Güter. Auf der Brächalp würde umgeladen und feinverteilt.

● Ganz neu komme ins Gespräch: Eine Gondelbahn für Personen und kleine Güter, die Standseilbahn als reine Güterbahn.

 

«Autofreiheit ernst nehmen»

Die VAL-Mitglieder wollen vor allem eine transparente und unvoreingenommene Variantenwahl und Planung, so das Fazit. Braunwalds Attraktivität sinke, stellen sie fest (siehe Box).

In einem Jahr werde Kesslers Sportladen schliessen. Eine Neuigkeit, welche die Anwesenden schockiert. Bald bleibe noch ein einziger Laden im Dorf und einer im Schwettiberg.

Und: «Braunwald muss die Autofreiheit wieder ernst nehmen.» Heute sei sie nicht wertvolles Alleinstellungsmerkmal, sondern «reiner Fake», «leerer Slogan», und keiner kümmere sich darum. Aber die VAL-Mitglieder anerkennen auch, dass sie hier mit ihren Ansprüchen Teil des Problems sind.

Zur künftigen Erschliessung geben sie etwa zu bedenken:

● Ankunft und Zentrum haben eine soziale Bedeutung, hier trifft man sich.

● Die Idee, Grossgüter separat zu transportieren, werde zwar im Planer-Forum sehr begrüsst, …

● … aber eine Güterstrasse bis auf die Brächalp finden die Auswärtigen je nach dem «nicht so toll» oder «ein No Go am Weg zum Nussbühl», der dank seiner Ruhe sehr geschätzt werde;

● Mehrere mögliche Ankunftspunkte seien besser, auch weil sich so die Motorfahrzeuge weniger massierten;

● Die Sportbahnen müssten unbedingt angebunden oder leicht zugänglich werden.

 

«Halten, was noch da ist»

«Raumplanung macht man mit der Erschliessung», betont Portmann. «Wir müssen das halten, was in Braunwald überhaupt noch da ist.» Braunwald müsse aber auch zusammenstehen, und seine letzte Chance nutzen. Nur: «Wo ist das Wir-Gefühl, wenn es sogar gegen einen Hotel-Wiederaufbau Rekurse gibt?»

Die VAL wolle keine Konfrontation mit den Einheimischen in Braunwald, wird betont. Im Gegenteil ruft Johannes Trümpy, Ex-Geska-Inhaber aus Mollis, dazu auf, mit der IG Braunwald solidarisch zu sein und beizutreten. Er vertrete deren Anliegen, damit sie Gewicht bekämen, denn: «Es geht um das nackte Überleben von Braunwald und seinen Infrastrukturen. Das schlimmste wäre, wenn wir wie bisher undemokratisch fremdbestimmt werden.» Und Trümpy ruft auf, wirklich die beste Variante zu wählen, auch die IG sei für diese Wahl offen. Anstatt: «Ich befürchte, dass die Standseilbahn 2022 grössere Ersatzinvestitionen tätigt und damit alles beim Alten bleibt.»